I, I Follow

Frueher-So-Siehts-SusiI follow you.
Deep Sea Baby
I follow you…

Es begann alles mit einem einzigen Track und einem unermüdlichen Ohrwurm, dem sich auch mit größter Mühe nur die Wenigsten von uns entziehen konnten. „I Follow Rivers“, im Ursprung von der schwedischen Sängerin Lykke Li erschaffen und ebenso erfolgreich von der belgischen Band Triggerfinger gecovert, nistete sich ungefragt in unseren Ohren ein und scheint auch nach über zwei Jahren der Veröffentlichung noch keine Anstalten zu machen, diese wieder zu verlassen. Jedenfalls nicht freiwillig.

Wir alle hörten ihn, liebten ihn, hassten ihn. Und die ganz Verrückten entschlossen sich sogar, diesem musikalischen Werk in unzähligen Edits und Remixen neuen Ausdruck zu verleihen – Was neben den vielen gelungenen noch weitaus mehr misslungene Varianten zum Vorschein gebracht hat.
Nachdem die Zahl der verschiedenen Rivers-Tracks schier ins Unermessliche zu steigen schien, durchströmte das Frueher-Team ein hartnäckiger Gedanke, der sich innerhalb kürzester Zeit zur spaßigen, aber handfesten Idee entwickelte. Ein einmaliges, wagemutiges und überaus absurdes Experiment begann, dessen Inhalt und Mittelpunkt ein einstündiges Set ausgewählter Rivers-Stücke darstellte. Und wer sich den Schuh angezogen und dazu bereiterklärt hat, ebendiesen Mix zu erstellen, ist wohl schon lange kein Geheimnis mehr. Wer sollte auch sonst so verrückt sein..

So ergab ich mich also meinem Schicksal (oder meinem losen, voreiligen Mundwerk), arbeitete mich Stunde um Stunde durch abertausende, eintönige und trotzdem abwechslungsreiche Stücke und holte mir den Ohrwurm meines Lebens. Und auch wenn ich mir bewusst war, mit diesem Schritt meine Seele endgültig an den Musikteufel – ich tippe auf Dieter Bohlen – verkauft zu haben, so ist es mir doch gelungen, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen.
Nach eindringlichem Wunsch unserer Leser ging das Set noch am selben Tag online und was dann passierte, nahm mir kurzzeitig jeglichen Glauben an das Gute im Menschen. Innerhalb der ersten 24 Stunden haben sich über 1500 (größtenteils unbezahlte) Personen diesem Mix gewidmet, ihn angehört und zudem, was mich wohl am meisten erschütterte, sogar als gelungen betitelt. Zumindest im betrunkenen Zustand, wie mir versichert wurde.

Bis heute verzeichnet dieses kuriose Experiment fast 10.000 (!) Plays und beinahe 1000 Downloads – ein Ergebnis, mit dem ich (und mit Sicherheit auch niemand sonst) gerechnet hätte.

Noch immer erreichen uns Nachrichten mit Lob, Zuspruch und der Bestätigung, dass wir definitiv und zweifelsohne nicht alle Tassen im Schrank hätten. Nicht, dass das eine neue Erkenntnis für uns gewesen wäre.
Wir scheinen allerdings nicht die einzigen Verrückten auf diesem Erdball zu sein, die sich gerne mal auf außergewöhnliche Abenteuer einlassen. Denn für fünf Berliner Jungs, allesamt als fleißiges Lichtteam im KaterHolzig tätig, stellte das Set neben dem Vergnügen auch Inspiration für ein eigenes, kleines Selbstexperiment dar, welches dem unserem in keiner Weise nachsteht.

Nachdem sie in einem Theaterstück eine selbstkreierte Version des Liedes gehört hatten, litt die gesamte Lichtabteilung an diesem unverschämt hartnäckigen Ohrwurm. Und wie es der Zufall so wollte, stießen die Jungs recht schnell auf unser Rivers-Mixtape und sahen in ihm die perfekte Untermalung für ihre alltägliche Arbeit. So beschallten sie damit einen guten Monat lang so oft es ihnen möglich war den großflächigen Hof des Geländes und sorgten für einen Generalohrwurm in der gesamten Umgebung.

Man hörte sie pfeifen, man hörte sie singen, man hörte sie lachen und sah sie tanzen. Sie wurden beschimpft, sie wurden belächelt, aber auch für ihren einmaligen Einsatz geschätzt und geliebt. Nachdem allerdings die ersten Kollegen von schrecklichen Albträumen berichteten und einer ihrer Chefs mit der sofortigen Kündigung drohte, sahen sich die Jungs leider gezwungen, sich der fordernden Masse zu ergeben und dieses Wagnis zu beenden. Was sie sich allerdings nicht nehmen ließen, war eine standardgemäße Verabschiedung für alle Mitleidenden der vergangenen Wochen. So entstand das folgende kurze, beschwingte und amüsante Video, das mit Sicherheit nicht nur mich und alle Beteiligten dieses „sozialen Experiments“ zum breiten Grinsen und lauten Mitsingen gebracht hat.

Ich spreche im Namen der gesamten „Das hätt es früher nicht gegeben“ Crew ein riesiges Dankeschön aus für eure witzige und ebenso verrückte Idee, euer Engagement und Durchhaltevermögen. Allein für diese kleine Geschichte haben sich der Mix und die daraus resultierende, musikalische Langzeitschädigung allemal gelohnt.

 

 

Das haett es frueher nicht gegeben PODCAST #10: Olle Susi
Olle Susi @ soundcloud
Olle Susi @ facebook

Dieser Beitrag wurde unter Kolumnen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.